Category Archives: Kickstarter

Kickstarter Round-up 4/2016

Exhumieren wir dieses Blog doch mal wieder ­čÖé Ich bitte vielfach um Verst├Ąndnis, dass 2015 nun leider gar nix passierte und auch 2016 ein Vierteljahr Anlauf nahm, aber es geht definitiv weiter und als Einstimmung wieder ein kurzer ├ťberblick ├╝ber ein paar Kickstarter-Projekte, die ich f├╝r unterst├╝tzenswert halte ­čÖé

 

Da h├Ątten wir ein variantenreiches 4X-Spiel:

 

 

Oder doch lieber eine westentaschentaugliche Space Opera?

 

https://www.kickstarter.com/projects/archonagames/small-star-empires

 

Vielleicht soll’s aber weltlicher sein – Spionage FTW!

 

https://www.kickstarter.com/projects/robindavid/sub-rosa-spies-for-hire

 

Oder mit Holzbein und Papagei ganz piratesk?

 

https://www.kickstarter.com/projects/peterchayward/scuttle-the-pirate-card-game-for-all-ages

 

Gro├če Monster – kleines Spiel:

 

 

Oder eine Antarktis-Expedition?

 

https://www.kickstarter.com/projects/pleasantcompanygames/snowblind-race-for-the-pole

 

Doch bequemer ist die Bimmelbahn:

 

https://www.kickstarter.com/projects/1916683669/just-the-ticket

 

Kein Kickstarter-Update ohne Zombie-Game:

 

https://www.kickstarter.com/projects/saganmedvec/the-zombie-rises

 

Und zum Abschluss zur├╝ck in den Weltraum – ganz mikro:

 

https://www.kickstarter.com/projects/pocketoptiongames/devils-and-black-sheep-minigame-of-wretched-scum-a

 

 

 

Kickstarter: Cthulhu Wars auf deutsch!

Au├čer der Reihe ein kurzer Hinweis:

Die deutsche Version von Sandy Petersons CTHULHU WARS-Brettspiel ist jetzt auf Kickstarter. Nicht ganz billig, aber der Kultist von Welt sollte mal einen vorsichtigen Blick drauf werfen… Als Stretch Goals sind Eindeutschungen der diversen Erweiterungen geplant, also haut rein ­čÖé

 

Kickstarter round-up

Aktuell unterst├╝tzenswert (nach Meinung von Yours Truly) auf Kickstarter:

BIBLIOS DICE – f├╝r die W├╝rfelvariante eines etablierten Spiels komplexer als das Original:

VICEROY – Auktions- und Ressourcenmanagementspiel f├╝r 1 bis 4 Spieler

STOWAWAY 52 – ein Solo-Choose-your-own-adventure-Kartenspiel

COGZ – eine Steampunk-T├╝ftelei

BRAIIINS! Nat├╝rlich darf auch ein Zombie-Spiel nicht fehlen…

Und f├╝r die Ur-Ur-Enkel von Frankenstein – THE DEMISE OF DR. FRANKENSTEIN. Das Projekt kann wirklich noch etwas Support vertragen…

Fr├Âhliches Krautfinden!

Dragon Slayer

DRAGON SLAYER
Autor: David Mortimer
Verlag: Indie Boards & Games
2-6 Spieler, ca. 20 min, ca. 10 EUR (Import)

Die Box

Die Box

Die Geschichte vom tapferen Ritter, der auszog, den b├Âsen Drachen zu erschlagen,ist einer der popul├Ąrsten Heldenmythen, den man sich vorstellen kann, und interessanterweise kultur├╝bergreifend – der Drache an und f├╝r sich hat von Mittelamerika ├╝ber Europa bis nach Asien seine Spuren in Legenden und Mythen hinterlassen, ohne dass es offensichtliche Verbindungen zwischen den jeweiligen Kulturen gibt. Grund genug f├╝r Pal├Ąontologen und Anthropologen, nach einem solchen Bindeglied zu suchen…

Neben den Produzenten von Fantasyfilmen und Schreiberlingen hastig heruntergetippter Pulp-Romane k├Ânnen sicher auch die Spieleverlage froh und dankbar dar├╝ber sein, dass der Drache ein so universell erkenn- und verwertbares Motiv ist, das bedenkenlos in praktisch jedes Fantasy-Szenario geworfen werden kann. Indie Boards & Games, der umtriebige Kleinverlag, der mit seinem Feuerwehr-Kooperativspiel “Flashpoint Fire Rescue” einen ├ťberraschungshit gelandet hat, schubste daher Anfang des Jahres auf Kickstarter ein weiteres “mach-den-Drachen-putt”-Spiel an, bei dem man sich beinahe wundert, dass es ob seiner push-your-luck-W├╝rfelmechanik nicht in einer Becherdose bei Steve Jackson gelandet ist.

In “Dragon Slayer” schl├╝pfen zwei bis f├╝nf (in der Kickstarter-Edition sind netterweise noch die Zutaten f├╝r einen sechsten Spieler enthalten – nicht, dass man dieses Material zwingend *braucht*, darauf werde ich noch eingehen) Spieler in die Rolle von tapferen Drachent├Âtern, die es sich zur heiligen Pflicht gemacht haben, die das K├Ânigreich heimsuchende Plage gefl├╝gelter Feuerspeier auszumerzen.

W├╝rfel, Marker und Punktetracker

W├╝rfel, Marker und Punktetracker

In jeder Runde hat man zun├Ąchst mal die Auswahl, es mit einem von drei Drachen aufzunehmen – einer davon ist relativ leicht zu besiegen, bringt aber nur 2 Siegpunkte, einer ist mittelhart im Nehmen und bringt vier Punkte, einer ist au├čerordentlich b├Âse, bringt daf├╝r aber gleich 6 Z├Ąhler f├╝r’s Punktekonto. Hat man sich entschieden, welchen Drachen man nun angreifen will, nimmt man die drei W├╝rfel, die den Drachen repr├Ąsentieren sowie seine drei “Kriegerw├╝rfel”.┬á Die Drachenw├╝rfel zeigen die Symbole “Kopf”, “Fl├╝gel” und “Schwanz” sowie “Berg” und “Feueratem”. Die ersten drei d├╝rften selbsterkl├Ąrend sein – um den Drachen erfolgreich zu killen, sollte man schon alle Bestandteile desselben erw├╝rfelt haben. Der “Berg” ist quasi eine Niete – dieser W├╝rfel wird getrennt gelegt, der “Feueratem” ist eher schlecht. Mit den Kriegerw├╝rfeln kann man ├äxte, Schilde und Feueratem erw├╝rfeln. Mindestens eine Axt braucht man, um den Drachen zu t├Âten, jeder Schild neutralisiert einen Feueratem. Hat man dummerweise mehr Feueratem als Schilde gew├╝rfelt, geht man f├╝r jeden dieser zus├Ątzlichen Flammenwerfer f├╝r den Rest des Zuges eines Kriegerw├╝rfels verlustig. Hat man das soweit ausgekaspert und sortiert, kuckt man, ob man bereits den kompletten Drachen und mindestens eine Axt hat – ist das der Fall, ist der Drache erfolgreich erlegt. Fehlt die Axt, hat man schm├Ąhlich versagt und beendet den Zug ohne Punkte. Fehlt ein oder mehrere Drachenteile, kann man weiterw├╝rfeln. Man w├╝rfelt dann die nicht verbrauchten Drachenw├╝rfel und die Kriegerw├╝rfel neu und l├Âst das Ergebnis nach dem gleichen Prinzip wieder auf, bis man entweder den Zug mangels Kriegerw├╝rfeln oder ├äxten beenden muss oder den Drachen erlegt.

Ein typischer Wurf - wir haben den Kopf des grünen Drachen, einen feurigen Atem, einen Berg und zwei Äxte...

Ein typischer Wurf – wir haben den Kopf des gr├╝nen Drachen, einen feurigen Atem, einen Berg und zwei ├äxte…

Hat man nun noch Mut und ausreichend Kriegerw├╝rfel auf der Hand, kann man nun einen weiteren Drachen jagen, was nach dem gleichen Muster erfolgt. Sollte man mit hei├čer W├╝rfelhand alle drei Drachen in einem Zug gekillt haben, darf man mit einem neuen Satz Drachen weitermachen (es m├╝ssen aber erst alle Drachen besiegt worden sein, ehe man einen bestimmten Drachentyp zum zweiten Mal attackiert). Ist man mit seinem Ergebnis dann endlich zufrieden, k├Ânnte man nun theoretisch Punkte schreiben, w├Ąren da nicht die lieben Mitspieler. Jeder Spieler kann n├Ąmlich einmal im Spiel eine “Herausforderung” aussprechen und den aktiven Spieler ultimativ dazu anstacheln, seine Jagd fortzusetzen. Der Herausgeforderte kann nun als feiges Huhn ablehnen – dann darf er aber nur die H├Ąlfte seiner Punkte gutschreiben und der Herausforderer bekommt kampflos f├╝nf Siegpunkte. Oder er ist ein aufrechter Ehrenmann und tut, wie ihm gesagt – dann muss er aber mindestens noch einen Drachen erlegen. Scheitert er, ist sein ganzer Zug f├╝r die Tonne (und der Herausforderer kassiert die f├╝nf Punkte), schafft er es, z├Ąhlen der oder die Drachen, die er zus├Ątzlich nach Drachenwalhalla bef├Ârdert hat, doppelt.┬á Sobald ein Spieler 40 Punkte erreicht hat, wird die laufende Runde fertiggespielt, der Punktbeste gewinnt.

Auf die Battlemat sortiert sieht dass dann so aus. Der Schild neutralisiert das Feuer, wir k├Ânnen also mit praktisch voller Kraft weiter w├╝rfeln und die n├Ąchsten Drachenteile suchen...

Auf die Battlemat sortiert sieht dass dann so aus. Der Schild neutralisiert das Feuer, wir k├Ânnen also mit praktisch voller Kraft weiter w├╝rfeln und die n├Ąchsten Drachenteile suchen…

Wie das gerade besprochene “Chupacabra: Survive the Night” versucht auch “Dragon Slayer” die Achillesferse der push-your-luck-W├╝rfelspiele abzumildern. W├Ąhrend “Chupacabra” auf simultanes Gameplay setzt, ist es hier das kleine taktische Element, den richtigen Zeitpunkt f├╝r eine Herausforderung abzupassen. Da man nur eine Herausforderung pro Spiel frei hat, gilt es, den Moment zu erwischen, in dem ein Gegner verwundbar ist (weil er nur z.B. nur noch einen Kriegerw├╝rfel zur Verf├╝gung hat) und gleichzeitig ein hoher Score f├╝r ihn auf dem Spiel steht (einen vorsichtigen Spieler herauszufordern, der gerade erkl├Ąrt hat, mit 2 Punkten zufrieden zu sein, macht sicherlich weniger Sinn als dann zuzuschlagen, wenn das ausgekuckte Opfer drauf und dran ist, zehn Punkte einzut├╝ten). Ergo lohnt es sich, nicht ganz auf geistigen Durchzug zu schalten, wenn man selbst grad nicht dran ist, und das Spiel der Gegner entsprechend zu beobachten. Nat├╝rlich muss auch der Herausgeforderte abw├Ągen, ob es das Risiko wert ist,sich der Herausforderung zu stellen oder als feiges Huhn dazustehen (das wollte ja auch schon Marty McFly nie) und dem Herausforderer f├╝nf einfache Punkte zuzuschanzen. Dieser kleine taktische Twist h├Ąlt das wie genre├╝blich sehr flotte Gameplay nicht weiter auf, verleiht der reinen W├╝rfelei aber einen gewissen Pfiff und Interaktion, die “Zombie Dice” & Konsorten normalerweise eben nicht haben.

Der Spieler hat den gr├╝nen Drachen auf Kosten eines Kriegerw├╝rfels erlegt und versucht nun sein Gl├╝ck mit einem W├╝rfel weniger beim blauen Drachen - und hat Pech gehabt, zweimal Feueratem ohne Schilde, da nutzen auch die zwei Drachenteile nichts mehr. Der Zug ist verloren.

Der Spieler hat den gr├╝nen Drachen auf Kosten eines Kriegerw├╝rfels erlegt und versucht nun sein Gl├╝ck mit einem W├╝rfel weniger beim blauen Drachen – und hat Pech gehabt, zweimal Feueratem ohne Schilde, da nutzen auch die zwei Drachenteile nichts mehr. Der Zug ist verloren.

Die Regeln sind nicht ganz intuitiv (besonders die Frage, welche W├╝rfel man neu w├╝rfeln darf, muss man sich zwei oder dreimal beantworten, ehe man sie sich verinnerlicht hat; au├čerdem geht aus der Spielregel nicht klar hervor, ob man eine Axt “aufheben”, d.h. beiseite legen darf, um nach dem Re-Roll eine siche zu haben. Meiner Interpretation nach ist das legal), aber nach ein paar W├╝rfen geht das auch mit nicht-regelm├Ą├čigen Gamern ganz flott. Das Spielmaterial besteht aus 12 W├╝rfeln (drei mal drei Drachenw├╝rfel, drei Kriegerw├╝rfel) und einen Herausforderungs-Marker pro Nase, mehr wird eigentlich nicht ben├Âtigt, aber die sehr erfolgreiche Kickstarter-Kampagne hat einiges an “Fluff” in die Schachtel gesp├╝lt – die drei “Battlemats” sind Ablagefl├Ąchen f├╝r die W├╝rfel, die die Organisation des Wurfs tats├Ąchlich etwas einfacher machen, und auf der R├╝ckseite eine optionale Punktetafel mitbringen, falls man keine Lust hat, den Score h├Ąndisch mitzuschreiben. Damit man auf die Punktetafel auch was draufstellen kann, gibt’s daf├╝r Plastikw├╝rfel in sechs Farben und, damit auch klar ist, wer mit welcher Farbe spielt, sechs v├Âllig ├╝berfl├╝ssige, aber witzige Rittermarker.

Wer push-your-luck-W├╝rfelspiele liebt, kommt hier voll auf seine Kosten – ein unverw├╝stliches Theme, recht einfallsreiche W├╝rfelmechanik und das spa├čige Herausforderungs-Gimmick machen “Dragon Slayer” zu einem empfehlenswerten Genrevertreter, das der aufgekl├Ąrte W├╝rfelfan von Welt allemal neben die Zombie- und Marsw├╝rfel ins Regal stellen sollte!

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Kickstarter round-up

Wie schon liebe Gewohnheit mal wieder ein kurzer Blick auf einige Kickstarter-Projekte, die ich in meinem jugendlichen Leichtsinn f├╝r unterst├╝tzenswert halte…

Die unverzichtbare Brettspieler-Ressource Boardgamegeek bringt ihr erstes Spiel heraus und es geht einmal mehr um Zombies – I HATE ZOMBIES setzt auch den Trend zu Microgames fort:

Das 2-Spieler-Kartenspiel OMEN: A REIGN OF WAR geht in seine zweite Auflage:

Dass man auch aus dem guten alten Memory mit einem schicken Fantasy-Theme und ein-zwei Gameplay-Twists noch was rausholen kann, wilL DUNGEON ESCAPE unter Beweis stellen:

DUNGEON ESCAPE hat auch einen kleinen Microgame-Bruder: DUNGEON ESCAPE MICRO EDITION

Dem, der’s lieber etwas komplexer und mit Miniaturen mag, sei ASSAULT ON FORTRESS MOON ans Herz gelegt:

Von den Machern des Microgames CASTLES kommt KINGDOM, ein taktisches Microgame:

Wir k├Ânnen auch risqu├ę – LAP DANCE f├╝hrt uns in einen heissen Nachtclub:

Zum Fantasy-Klassiker THE PRINCESS BRIDE gibt’s nicht eins, nicht zwei, sondern DREI Spiele in einem Kickstarter: BATTLE OF WITS, AS YOU WISH und MIRACLE PILL.

Last, but not least, Weltraum-Action im Microgame-Format mit MINE, ALL MINE:

Support indie gaming!

13 Frights

13 FRIGHTS
Autor: Tim Mulhall
Verlag: Candy Corn Games
2-5 Spieler, ca. 20 min, 15 USD

Halloween steht vor der T├╝r und nachdem der ur-amerikanische Brauch mittlerweile auch fest in der hiesigen Pop-Kultur verankert ist, liegt ja nicht viel n├Ąher, als sich mit einem Halloween thematisierenden Spiel zu befassen.

Die Box

Die Box

“13 Frights” von Tim Mulhall ist mal wieder ein Kartenspiel, das seinen Ursprung auf Kickstarter hatte und von mir pflichtschuldigst supported wurde. Nun ist ‘ne nette Idee kein Garant daf├╝r, dass am Ende auch ein vern├╝nftiges Spiel ‘bei rumkommt, aber schauen wir uns die Sache doch mal n├Ąher an.

F├╝r seinen schmalen Obolus erh├Ąlt der geneigte Zocker stolze 108 Karten in Tarotkartengr├Â├če (passt ja auch wieder zum Thema), die sich in grunds├Ątzlich in drei Kartenarten unterteilen – die 13 titelgebenden “Frights” bzw. Tricks, 91 Treat-Karten und vier Charakterkarten. Wir bemerken als aufmerksame Konsumenten – Halloween, Tricks und Treats, das wird wohl mit “trick or treating” zu tun haben, und da im Englischen “trick taking” auch die Bezeichnung f├╝r Stich-Kartenspiele sind, sieht das Thema schon mal gut getroffen aus.

Ein einsamer Rabe bringt einen Punkt. Spieler 1 und 2 bieten jeweils 3 Treats, Spieler 3 5 Treats. Damit hat Spieler 3 klar gewonnen, aber vielleicht schon zu fr├╝h eine zu hohe Treat-Karte eingesetzt...

Ein einsamer Rabe bringt einen Punkt. Spieler 1 und 2 bieten jeweils 3 Treats, Spieler 3 5 Treats. Damit hat Spieler 3 klar gewonnen, aber vielleicht schon zu fr├╝h eine zu hohe Treat-Karte eingesetzt…

Die Tricks haben Werte von 1 bis 13 und sind mit entsprechenden Halloween-Motiven verziert (da haben wir z.B. “three black cats”, “twelve zombies dancing” oder “thirteen jack-o-lanterns” – das erinnert nicht von ungef├Ąhr an die “twelve days of Christmas”). Diese werden entsprechend ihren Werten aufgestapelt – ganz oben liegt also die “1”, ganz unten die “13”. Die restlichen Karten werden durchgemischt und an jeden Spieler 13 Karten ausgegeben. Es geht nun – gro├če ├ťberraschung – darum, die Tricks zu ergattern, doch vor dieses Vergn├╝gen hat Gro├če K├╝rbis den “trick-or-treat”-Part gesetzt. Der ├Ąu├čert sich hier in der Weise, dass man dem rechten Nachbarn eine Karte aus der Hand klaut (w├Ąhrend nat├╝rlich gleichzeitig der linke Nachbar das selbe mit einem selbst anstellt. Die gerade geklaute Karte kann dabei nicht wieder geklaut werden). Nach dem fr├Âhlichen Kartenklau kann’s nun ernsthaft daran gehen, den Trick auszuspielen. Jeder Spieler legt verdeckt eine Karte aus seiner Hand ab, gemeinsam wird umgedreht. Die h├Âchste ausgespielte Treat-Karte gewinnt den Stich – bei einem Unentschieden geht der Stich an den Spieler mit der n├Ąchstniedrigeren Karte, l├Ąsst sich beim besten Willen kein eindeutiger Sieger auskaspern, bleibt der Trick im Pott und wird in der n├Ąchsten Runde mitvergeben. Dann zieht jeder Spieler wieder eine Karte nach und die n├Ąchste Runde, mit dem Preis des n├Ąchsth├Âheren Tricks, kann beginnen.

5 Punkte f├╝r die Leprechauns stehen auf dem Spiel. Spieler 2 und 3 haben jeweils 7 Treats eingesetzt, damit geht der Stich an Spieler 1 mit seinem 6-Treat-Gebot.

5 Punkte f├╝r die Leprechauns stehen auf dem Spiel. Spieler 2 und 3 haben jeweils 7 Treats eingesetzt, damit geht der Stich an Spieler 1 mit seinem 6-Treat-Gebot.

Abwechslung in die Bude bringen die Charakterkarten, die man im Spielverlauf ggf. auf die Hand bekommt. Der “Troll” gewinnt automatisch jeden Stich, ist also quasi Trumpf (er hat halt nur Pech, wenn er gegen einen anderen Troll ausgespielt wird), der “Puppet Master” erlaubt dem ausspielenden Spieler, sich einen Spieler auszukucken und dessen ausgespielte Treat-Karte durch eine blind aus der Hand des Betroffenen gezogene andere Karte zu ersetzen – im Zwei-Spieler-Spiel l├Ąsst sich diese Karte kaum gewinnbringend einsetzen, weil man ja auf keinen Fall als Ausspielender den Stich gewinnen kann (au├čer man hofft, dem Gegner, der vielleicht nur eine niedrige Treat-Karte gespielt hat, zu zwingen eine h├Âhere Karte, die bei wertvolleren Stichen f├╝r ihn n├╝tzlich w├Ąre, einzusetzen), bei drei oder mehr Spielern kann man die Karte aber schon mit ein bisschen Gl├╝ck dazu nutzen, einen in F├╝hrung liegenden Spieler gezielt zu sabotieren und den Stich an einen “ungef├Ąhrlicheren” Konkurrenten zu geben.

Jetzt geht es schon um 9 Punkte. Spieler 1 bietet 11 Treats, Spieler 2 nur 4. Spieler 3 spielt den Puppet Master aus und zieht blind aus der Hand von Spieler 1 eine Karte, in der Hoffnung, dass der zur├╝ckliegende Spieler 2 dann den Stich macht...

Jetzt geht es schon um 9 Punkte. Spieler 1 bietet 11 Treats, Spieler 2 nur 4. Spieler 3 spielt den Puppet Master aus und zieht blind aus der Hand von Spieler 1 eine Karte, in der Hoffnung, dass der zur├╝ckliegende Spieler 2 dann den Stich macht…

Sind alle Stiche erfolgreich verteilt, werden die Punkte gez├Ąhlt – die Tricks z├Ąhlen ihre jeweiligen Werte von 1 bis 13 (womit dann auch klar ist, dass man einerseits bei den niedrigen Tricks nicht verausgaben sollte, andererseits auch sich nicht nur darauf verlassen solle, bei den hohen Werten abzur├Ąumen), die Treats, die man noch auf der Hand h├Ąlt, bringen jeweils ihren halben Wert an Punkten (so dass man durchaus auch ├╝berlegen kann, sich gerade in den letzten Runden zur├╝ckzuhalten, wenn man eine Reihe hochwertiger Treat-Karten auf der Hand h├Ąlt). Nur nicht ausgespielte Charakterkarten sind wertlos, die sollte man also auf alle F├Ąlle loswerden, ehe es zu sp├Ąt ist.

Alternativ wird als versch├Ąrfte Regelvariante angeboten, ohne Kartennachzug zu spielen, d.h. mit den 13 Karten zurechtzukommen, die man zu Spielbeginn auf die Hand bekommt, was naturgem├Ą├č ein etwas taktischeres Vorgehen verlangt, aber nat├╝rlich auch zu grob unfairen Kartenh├Ąnden f├╝hren kann (weswegen die Regeln auch vorschlagen, bis zum Erreichen von 500 Punkten zu spielen, damit sich das ├╝ber mehrere Runden ausbalanciert). In dieser Variante gehen ausgespielte Treats an den Stichgewinner und z├Ąhlen voll.

Der Troll. Im Gegensatz zu Facebook und Internet-Foren gewinnt er hier immer...

Der Troll. Im Gegensatz zu Facebook und Internet-Foren gewinnt er hier immer…

Nat├╝rlich erfindet “13 Frights” das Trick-Taking-Genre nicht neu und ob der Twist des Kartenstehlens und die Charakterkarten (von denen man vielleicht ein paar mehr und ein paar mehr Rollen h├Ątte einbauen k├Ânnen…) gen├╝gend Anreiz ist, sich ein weiteres Stichspiel ins Regal zu stellen, ist eine Gewissensfrage, die jeder Spieler sich selbst stellen muss, das Spiel an sich allerdings bietet wenig Grund zur Klage. Es empfiehlt sich sicherlich, mit mindestens drei Spielern zu spielen (es funktioniert auch zu zweit, aber dann f├Ąllt die pfiffige Sonderregel, dass bei einem Unentschieden eben das n├Ąchstniedrigere Gebot gewinnt, weg), damit die Dynamik des Spiels richtig in Fahrt kommt (und sich eben auch die Charakterkarten sinnvoll einsetzen lassen).

Die Karten sind, insbesondere eingedenk des g├╝nstigen Preises, qualitativ hochwertig – das Artwork pendelt zwischen “funktionell” f├╝r die Treat-Karten und wirklich sch├Ân-thematisch-schaurig f├╝r die Tricks und Charakterkarten. Die (englische) Spielanleitung ist gut verst├Ąndlich, ausf├╝hrlich und angemessen strukturiert. Das Spiel selbst funktioniert weitgehend sprachunabh├Ąngig, lediglich die Funktionen der Charakterkarten m├╝ssen f├╝r des Englischen Unkundige vor Spielbeginn kurz klargestellt werden.

Das macht “13 Frights” insgesamt zu einem ordentlichen Zwischendurchspiel (das ├╝brigens im Hotel in Essen w├Ąhrend der SPIEL neugierige Blicke auf sich zog. Sch├Ątze, Mr. Mulhall h├Ątte ein paar Exemplare verkaufen k├Ânnen…), schnell erkl├Ąrt, schnell gespielt und doch einige knifflige Entscheidungen abverlangend. F├╝r eine Halloween-Spieleparty kann man jedenfalls eine deutlich schlechtere Wahl treffen!

 

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Kickstarter round-up

Einmal mehr ein kurzer Blick auf den Kram, den ich aktuell auf Kickstarter f├╝r unterst├╝tzenswert halte (bitte dabei zu beachten, dass ich mich prinzipiell auf Zeug beschr├Ąnke, das man auch nach Europa geschickt bekommt und in einem vern├╝nftigen Versandkostenrahmen bleibt…).

Weltraumabenteuer kann man nie genug haben: 8 PLANETS

Wer lieber traditionell chinesische Laternenfeste feiert, f├╝r den ist LANTERNS was:

Cats rule the world. Laser cats rule the universe – LASER CAT ATTACK:

Und einen 30 Meter hohen Riesenroboter zu pilotieren, geh├Ârt ja wohl zu den allgemeinen Lebenszielen: PBL ROBOTS:

Last, but not least, schadet es auch nie, sich etwas weiterzubilden, und sei’s ├╝ber Proteine: PEPTIDE

Vielleicht ist ja f├╝r den ein oder anderen was dabei…

Hollywood

HOLLYWOOD

Autor: Nikolay Pegasov
Verlag: Hobbyworld
2-6 Spieler, ca. 30 min, ca. 30 EUR

Hollywood - Die Box

Hollywood – Die Box

Es wird langsam Zeit dar├╝ber zu berichten, was es auf der SPIEL 2014 so sch├Ânes gab und mit dem Schreiber dieser Zeilen mit nach Hause fahren durfte. Wobei… “Hollywood” h├Ątte ich nicht auf der SPIEL besorgen m├╝ssen, es war einer meiner zahlreichen Kickstarter-Pick-ups auf der diesj├Ąhrigen Messe. Wie wir alle schon seit “Movie Trailer” wissen, halte ich nach guten Spielen zum Thema “Film” immer Ausschau und wiewohl “Hollywood” erst mal keine revolution├Ąr neuen Mechaniken verwendet, so ist es doch eine so interessante Kombination bew├Ąhrter Methoden, dass sich ein genaueres Hinschauen zumindest f├╝r mich allemal lohnte. “Hollywood” ist mal wieder ein Spiel ├╝ber das Thema Filmproduktion – wir schl├╝pfen also als Spieler in die Rolle eines von sechs gro├čen Filmstudios mit dem Ziel, den gr├Â├čtm├Âglichen Reibach aus unseren Zelluloiderrungenschaften zu schlagen. Verst├Ąndlicherweise kann sich das die russische Spieleschmiede Hobbyworld (darf man heutzutage ├╝berhaupt noch russische Firmen unterst├╝tzen? Fragjanur) keine Lizenzgeb├╝hren leisten, daher spielt man mit generisch nach Farben benamten Studios, aber die verwendeten Logos lassen keinen Zweifel daran, dass man mit den leicht abgewandelten ├äquivalenten von Industriegr├Â├čen wie Disney, Dreamworks, Fox oder Universal spielt.

Das Spielmaterial

Das Spielmaterial

Grunds├Ątzlich handelt es sich um ein Kartenspiel – der Spielplan dient nur als Geld- und damit Siegpunktanzeiger (okay, er positioniert noch die Kartenauslage). Die Karten unterscheiden sich zun├Ąchst mal in drei grunds├Ątzlich unterschiedliche Kartenarten – “Basiskarten”, “Starkarten” und “wertlose Drehb├╝cher”. Unsere Aufgabe ist es am Ende des Tages, aus einer Hand von neun Karten einen oder mehrere (maximal drei) Filme zu destillieren. Wie funktioniert das nun? Nun, als erstes gilt es den Startspieler der jeweiligen Runde, der einen nicht zu untersch├Ątzenden Vorteil hat, auszuknobeln. Damit das nicht nach dem Zufallsprinzip ausgew├╝rfelt werden muss, wird diese Position meistbietend versteigert. Man startet mit einem Kapital von 12 Millionen. Dieses Kapital kann man durch Gebotskarten nun einsetzen – man kann 1, 3, 6, 9 oder 12 Millionen bieten (Kombinationen sind nicht erlaubt). Der Meistbietende wird Startspieler, aber alle Bieter (und man MUSS bieten) sind ihren jeweiligen Einsatz los (im Fall mehrerer gleichhoher Gebote gehen die betreffenden Spieler in eine weitere Bietrunde – sie d├╝rfen aber nat├╝rlich nicht mehr Geld einsetzen als sie noch auf dem Konto haben).

Es ist angerichtet...

Es ist angerichtet…

Nun erh├Ąlt jeder Spieler sieben Basiskarten – das k├Ânnen SchauspielerInnen, Regisseure, Drehb├╝cher oder diverse Crewmitglieder wie Stuntmen, Make-up-Designer oder Komponisten sein. Der Startspieler deckt – abh├Ąngig von der Spielerzahl zwei bis f├╝nf – Starkarten (prinzipiell die gleichen Kartentypen wie die Basiskarten, nur “st├Ąrker” bzw. wertvoller) auf und legt sie offen aus, dann sieht er sich die obersten Karten (so viele wie Mitspieler teilnehmen) des verbleibenden Starkartenstapels an, sucht sich eine aus und verteilt die anderen nach Gutd├╝nken an die Mitspieler. Damit hat jeder Spieler schon mal acht Karten, aber das sind noch lange nicht die, mit denen er arbeiten darf und soll. Nun kuckt sich jeder Spieler aus seinen Basiskarten eine aus, die er unbedingt behalten m├Âchte, die restlichen Basiskarten werden an den linken Nachbarn abgegeben, daf├╝r erh├Ąlt man die vom rechten Nachbarn. Wieder sucht man sich eine Karte aus, gibt den Rest weiter usw., bis nach sechs Runden des fr├Âhlichen Kartenringelreihen alle Karten verteilt sind und man seine endg├╝ltigen acht Karten auf der Hand hat. Aber, lieber Doc, h├Âr ich euch sagen, du sagtest doch, man hat neun Karten zur Verf├╝gung?

Meine Handkarten nach der Austauschphase - drei Regisseure sind ein bisschen viel und nur eine Schauspielerin ein bisschen wenig. Mal sehen, was die Auktion bereit h├Ąlt.

Meine Handkarten nach der Austauschphase – drei Regisseure sind ein bisschen viel und nur eine Schauspielerin ein bisschen wenig. Mal sehen, was die Auktion bereit h├Ąlt.

Stimmt, und wir erinnern uns daran, dass der Startspieler Starkarten offen ausgelegt hat. Nun werden diese Karten versteigert – das Prinzip ist das gleiche wie bei der Auktionierung der Startspielerposition, nur, dass nunmehr auf die Karten geboten wird. Man bietet verdeckt Betrag UND Position der Karte, die man haben m├Âchte – eine der offen ausliegenden oder, falls da nichts dabei ist, was einem gerade wirklich in die Karten spielt, auf einen Gl├╝ckstreffer aus dem verdeckten Reststarkartenstapel. Sobald jeder Spieler erfolgreich eine Karte ersteigert hat, beginnt die Interaktionsphase. Im Grundspiel (wie jedes verdammte Spiel heutzutage ist auch “Hollywood” nat├╝rlich auf Erweiterungen angeleegt) geht’s hier nur darum, “Agenten” auszuspielen. Wer einem Gegenspieler einen Agenten aufdr├╝ckt, kann einen Schauspieler, ein Regisseur oder ein Drehbuch von diesem “abwerben” (das Opfer darf sich allerdings aussuchen, was davon er hergeben mag), was auch bedeutet, dass der so Gepiesackte mit einer Karte weniger auskommen muss, da der Agent selbst in einem Film nicht eingesetzt werden kann. Ist auch dieser Abschnitt mit dem zu erwartenden Heulen und Z├Ąhneklappern vor├╝bergegangen, kann nun endlich produziert werden.

Es gibt einen Star-Schauspieler - f├╝r den biete ich mal sicherheitshalber neun Millionen. So hoch zu bieten w├Ąre nicht n├Âtig gewesen, weil mein Konkurrent auf den "Blindstapel" geboten hat.

Es gibt einen Star-Schauspieler – f├╝r den biete ich mal sicherheitshalber neun Millionen. So hoch zu bieten w├Ąre nicht n├Âtig gewesen, weil mein Konkurrent auf den “Blindstapel” geboten hat.

Jeder Film braucht mindestens einen Regisseur, einen Schauspieler und ein Drehbuch. Hat man kein Drehbuch auf der Hand, kann man sich damit behelfen, eine beliebige Karte gegen ein “wertloses Drehbuch” (der dritte Kartensatz) auszutauschen, um ├╝berhaupt in die P├Âtte kommen zu k├Ânnen. Grunds├Ątzlich gilt: aus je mehr Karten ein Film besteht, desto mehr wird er einspielen – so kann man einem Film z.B. einen zweiten Schauspieler hinzuf├╝gen, was um so wertvoller ist, ist der zweite Schauspieler anderen Geschlechts. Starkarten haben die nette Eigenschaft, zumeist einen lukrativen monet├Ąren Bonus mitzubringen, und mit den Crewkarten kann man nicht nur seinen Film “vergr├Â├čern”, sondern auch verschiedene Kombo-Effekte abr├Ąumen, die den Wert eines Films erheblich steigern k├Ânnen. Die Filme werden dabei “offen” produziert, d.h. offen ausgelegt, und couragiertes Nachkucken, was genau die Gegenseite so vor hat und darauf zu reagieren, ist durchaus erlaubt und erw├╝nscht. Es geht nun allerdings nicht nur darum, m├Âglichst viele Karten auszulegen, sondern dabei auch noch auf Zusatzeigenschaften zu achten. Jeder Film soll einem Genre angeh├Âren – zur Auswahl stehen Krimi, Action, Liebesfilm und Kom├Âdie, repr├Ąsentiert durch Symbole, die sich auf jeder Karte finden. Manche Karten sind Spezialisten f├╝r ein spezielles Genre, andere Multitalente und Allrounder. Der Wert eines Films (eine Million pro Karte plus die diversen Kartenboni) steigert sich mit der Anzahl der Genre-Symbole, f├╝r die man sich entschieden hat. Hat man also z.B. einen Film mit sechs Karten produziert und dabei vier Krimi-Symbole, bringen die Symbole einen Bonus von schlappen 16 Millionen. Es kann sich also durchaus lohnen, einen kleinen Film, der nur seinen Grundwert von 3 Mio. einspielen w├╝rde, auszulassen, wenn man daf├╝r den dort eingesetzten Schauspieler Symbol-sei-dank auch noch in seinen gro├čen Actionfilm einspannt (nat├╝rlich kann man auch genrefremde Karten in seinen Film packen, aber wer will schon Steven Seagal in einer Liebesschnulze sehen?).

Mein Film - obwohl mein Regisseur darauf nicht spezialisiert ist, wird es ein Liebesfilm (daf├╝r habe ich drei Symbole). Das Schauspielerp├Ąrchen bringt mir ebenso einen Bonus wie die "Extras", die f├╝r jede gr├╝ne Crewkarte eine Zusatzmillion spendieren. Stuntman, Regisseur und Starschauspieler steuern ebenfalls noch Boni bei, so dass mir der Film letztlich 29 Millionen einbringt (6 Karten zu je 1 Mio. x 3 f├╝r das Genre, 7 Mio. Boni f├╝r die Stars, 2 Mio. Bonus f├╝r das Schauspielerp├Ąrchen und 2 Mio. Bonus f├╝r die gr├╝nen Crewmitglieder). Allerdings hat der Film nur eine Troph├Ąe und wird bei der Verleihung des Film-des-Jahres-Preises wohl leer ausgehen.

Mein Film – obwohl mein Regisseur darauf nicht spezialisiert ist, wird es ein Liebesfilm (daf├╝r habe ich drei Symbole). Das Schauspielerp├Ąrchen bringt mir ebenso einen Bonus wie die “Extras”, die f├╝r jede gr├╝ne Crewkarte eine Zusatzmillion spendieren. Stuntman, Regisseur und Starschauspieler steuern ebenfalls noch Boni bei, so dass mir der Film letztlich 26 Millionen einbringt (6 Karten zu je 1 Mio., 9 Mio. f├╝r das Genre – drei Herz-Symbole -, 7 Mio. Boni f├╝r die Stars, 2 Mio. Bonus f├╝r das Schauspielerp├Ąrchen und 2 Mio. Bonus f├╝r die gr├╝nen Crewmitglieder). Allerdings hat der Film nur eine Troph├Ąe und wird bei der Verleihung des Film-des-Jahres-Preises wohl leer ausgehen.

Sind alle Spieler mit ihrer Auslage zufrieden, wird ausgewertet. Neben der Monetenwertung wird dabei auch noch der “Film des Jahres” ausgeknobelt. Einige Karten tragen neben ihrer Bezeichnung und dem Boni n├Ąmlich auch noch “Filmtroph├Ąen”. Wer in seinem Film die meisten Troph├Ąen untergebracht hat, gewinnt den Film des Jahres. Das ist nicht nur gut f├╝r die Reputation als Produzent k├╝nstlerisch wertvoller Filmgemmen, sondern auch ausschlaggebend f├╝r die n├Ąchste Startspielerposition. Und wer nach den vorgegebenen drei Runden die meisten Filmpreise abger├Ąumt hat, darf (unter der Grundlage, das kritikerseits wohlgelittene Filme auch nach Jahren noch Geld einspielen) noch einen fetten Bonus einstreichen, der durchaus spielentscheidend sein kann. Indes das Grundprinzip des “wertvolle-Filmmitarbeiter-ersteigern” durchaus an Reiner Knizias “Traumfabrik” erinnert, schafft sich “Hollywood” durch die Zugabe des Deckbuilding durch Kartenaustausch, um schlagkr├Ąftige bzw. gewinntr├Ąchtige Kombos zusammenzustellen und Set Collection, d.h. Sammeln gleicher Symbole als wertvolle Multiplikatoren schon ein Alleinstellungsmerkmal – und obwohl das Spiel sicherlich auch als “abstract” funktionieren w├╝rde, ist es schon sehr thematisch. Das Hauen und Stechen um die zugkr├Ąftigsten Stars f├╝r die Prestigeproduktionen ist ebenso gut getroffen wie das relativ achtlose Rausdonnern anspruchslos zusammengestoppelter Billigfilme, die Bonusm├Âglichkeiten der Crewmitglieder machen im thematischen Kontext Sinn. Von der spielerischen Handhabung her gibt sich “Hollywood” trotz einer recht umfangreichen, aber gut strukturierten Spielanleitung schnell verst├Ąndlich. Das Spiel ├╝ber drei Runden verhindert zumeist ein Runaway-Leader-Problem, da man auch eine schlechtere Runde mit etwas Kartengl├╝ck und Auktionsgeschick gut ausgleichen kann und die Entscheidung wirklich ├╝berwiegend erst in der letzten Runde f├Ąllt. Ein weiterer Pluspunkt: dadurch, dass in allen Spielphasen simultan agiert wird, ergibt sich keinerlei Downtime – und selbst wenn mal ein Spieler etwas l├Ąnger braucht, um seine Produktion zusammenzustellen, kann man diesen Zeitraum immer noch dazu nutzen, die Konkurrenz auszuchecken und seine eigene Auslage m├Âglicherweise noch mal zu optimieren.

Die Erweiterung “The Other Side of Hollywood” bringt 23 neue Karten ins Spiel – neben der M├Âglichkeit, z.B. einen Animationsfilm ohne Schauspieler zu drehen oder mit dem m├Ąchtigen Anwalt einem Gegner – im Gegensatz zum Agenten – gezielt eine Karte abzunehmen, gibt es nun auch Karten, die sich negativ auf das Einspielergebnis eines Films auswirken und daher in der Interaktionsphase auch auf die Gegner gespielt werden k├Ânnen (und wer so eine Karte hat, MUSS sie, wenn regeltechnisch m├Âglich, in seinem Film verwenden und kann sie auch nicht gegen ein wertloses Drehbuch eintauschen). Kickstarter-Backer durften sich zudem noch ├╝ber eine exklusive Erweiterung mit diversen neuen Rollen freuen.

Das Spielmaterial (im Grundspiel 178 Karten, 30 Gebotskarten, 42 Auktionsmarker, 6 Wertungsmarker, 3 Troph├Ąen, 6 100-Mio-Marker [falls die normale Punktetafel nicht mehr ausreicht] und der Spielplan) ist von guter Qualit├Ąt, die graphische Gestaltung der Karten ist ansprechend, ebenso wie die Boxart itself. “Hollywood” mag nicht das tiefsinnigste Spiel der Welt sein, verkn├╝pft aber elegant unterschiedliche Mechaniken, und sollte f├╝r die Klientel, die ein schnelles, unterhaltsames Spiel, das f├Ârmlich nach “komm schon, noch’ne Runde” schreit, sch├Ątzt, mehr als nur einen Blick wert sein – fraglos eines der besten Spiele zum Thema Film, das mir bislang untergekommen ist, wird “Hollywood” von mir daher bedenkenlos empfohlen!

(Entschuldigt sei bitte die mittelpr├Ąchtige Foto-Qualit├Ąt. Meine Kamera hat unter den hiesigen Lichtverh├Ąltnissen leider ein paar Probleme. Ich versuche, die Bilder bei n├Ąchster Gelegenheit durch qualitativ bessere Shots zu ersetzen).

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Kickstarter once more…

Ich m├Âchte noch schnell auf eine weitere Kampagne hinweisen:

https://www.kickstarter.com/projects/undine/tower-a-board-game-of-buying-and-building

“Tower” hat sein Funding-Ziel zwar schon erreicht, aber ich erlaube mir trotzdem noch ein wenig Werbung daf├╝r, weil ich ein klein bisschen “beteiligt” bin. Wenn die deutsche Spielanleitung mies werden sollte, liegt das n├Ąmlich an mir ­čśë

Ansonsten geht’s hoffentlich auch bald wieder mit Reviews weiter – ich brenne auf einen baldigen Spieleabend, es gibt noch sooooo viel auszuprobieren.

Kickstarter round-up Februar 2014

Nachdem ich ja zum Leidwesen meiner Kreditkarte dem Kickstarten von Spielen fr├Âhlich fr├Âhne, dachte ich mir, f├╝r meine ├╝berschaubare Leserschar w├Ąre es eventuell ganz interessant, was ich auf der Crowdfunding-Plattform f├╝r unterst├╝tzenswert halte. Daher mal ein kleiner Blick auf das, was ich aktuell supporte:

https://www.kickstarter.com/projects/2083771375/peasant-buffet-the-card-game

Ein push-your-luck-Kartenspiel, in dem man Gegenst├Ąnde, Aktionskarten und Monster auf die Hand bekommt. Der Clou: man darf in jedem Zug Karten (und damit hoffentlich n├╝tzliche Gegenst├Ąnde oder Aktionen) ziehen, so lange man mag, zieht man aber ein Monster, hat man alles, was man bis dahin in diesem Zug erbeutet hat, verloren (Pledge f├╝r das Spiel inkl. Versand: 25 Dollar, Kampagne l├Ąuft bis 17.03.).

https://www.kickstarter.com/projects/laboratory/province-a-competitive-building-microgame-for-2-pl

Im aktuellen Trend von Microgames kommt hier ein 2-Personen-worker-placement-Eurogame im Taschenformat. Eingesetzte Arbeiter schaffen Ressourcen, die ben├Âtigt werden, um Geb├Ąude zu errichten, aber sie k├Ânnen vom Gegenspieler auch umgesetzt werden. (Pledge f├╝r das Spiel inkl. Versand: 7 Dollar, Kampagne l├Ąuft bis 03.03.)

https://www.kickstarter.com/projects/1125132758/otters-a-kid-friendly-card-game

Ein familienfreundliches area-control-Kartenspiel mit possierlichem Otterthema. Ich schmelze bereits bei den Fotos (ordentlich CC-lizenziert) dahin… (Pledge f├╝r das Spiel inkl. Versand: 20 Dollar. F├╝r die 3- und 4-Spieler-Variante wird ein zweites Deck ben├Âtigt, Kampagne l├Ąuft bis 28.02.)

https://www.kickstarter.com/projects/229805465/rock-paper-scissors-war-a-pay-what-you-want-card-g

Noch’n Microgame – zwei der vermutlich primitivsten Spiele ├╝berhaupt (Stein-Schere-Papier und War!) miteinander kombiniert… (Pledge f├╝r das Spiel inkl. Versand 8 Dollar, Kampagne l├Ąuft bis 24.02.)

https://www.kickstarter.com/projects/rightafterthen/how-to-human-a-global-game-jam-game

Und noch ein kleines Microgame – hier spielen die Spieler Monster, die versuchen, sich in der Menschenwelt “unauff├Ąllig” (d.h. nicht uncool) zu verhalten. (Pledge f├╝r das Spiel inkl. Versand 8 Dollar, Kampagne l├Ąuft bis 24.02.)

Vielleicht hat der ein oder andere ja noch ‘nen Dollar oder f├╝nf ├╝brig ­čÖé

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