Zombies!!! Roll Them Bones!

ZOMBIES!!! – ROLL THEM BONES!
Autor: N.A.
Publisher: Twilight Creations Inc.
2-6 Spieler, 15-30 min, ca. 10 € (Messepreis)

Zombies!!! - Roll Them Bones - Die Box

Zombies!!! – Roll Them Bones – Die Box

Auch wenn Todd Breitenstein im Frühjahr seiner schweren Krebserkrankung erlegen ist, heißt das nicht, dass Twilight Creations deswegen die Flinte ins Korn wirft oder auch nur das Leib- und Magenhausfranchise, die unendliche “Zombies!!!”-Reihe, aufgibt. Im Gegenteil – in Essen war die neueste “Zombies!!!”-Erweiterung ebenso am Start wie ein Spin-off, das heute zu behandelnde “Zombies!!!”-Würfelspiel.

Twilight Creations hatte schon im letzten Jahr versucht, aus dem Grundprinzip des “Zombies!!!”-Brettspiels ein Kartenspiel zu extrahieren – das ging, soweit ich das nach zwei Testspielen mit dem Kollegen Nezold beurteilen kann, ziemlich in die Hose – und in Sachen Würfeln und Zombies muss sich “Roll them Bones!”  hier bereits gewürdigter starker Konkurrenz stellen, namentlich natürlich Steve Jacksons “Zombie Dice”.

Bei “Roll them Bones!” ist die Aufgabe, wie sich das für das Franchise gehört, Zombies zu killen und/oder den gefräßigen Untoten zu entkommen. Anstatt sich auf einem modularen Board zu bewegen wie beim Original-Brettspiel braucht’s hier aber nur einen “Distanz- und Lebenspunkte”-Anzeiger und eine Handvoll Würfel. Es gilt, 16 “Blöcke” zum Hubschrauberlandeplatz zu durchqueren, ohne dabei seiner kompletten Lebenspunkte verlustig zu gehen.

Der schwarze Würfel zeigt die Anzahl der zu bekämpfenden Zombies an - die weißen Würfel ergeben, dass man tatsächlich drei Zombies gekillt hat, sich drei Blöcke weiterbewegen und, falls möglich, ein Event und ein Item aufnehmen darf. Ein guter Wurf wäre das, hätte ich ihn nicht so gestellt :)

Der schwarze Würfel zeigt die Anzahl der zu bekämpfenden Zombies an – die weißen Würfel ergeben, dass man tatsächlich drei Zombies gekillt hat, sich drei Blöcke weiterbewegen und, falls möglich, ein Event und ein Item aufnehmen darf. Ein guter Wurf wäre das, hätte ich ihn nicht so gestellt 🙂

Ist man am Zug, würfelt man zunächst einen handelsüblichen Sechsseiter – das Ergebnis zeigt an, mit wie vielen Zombies man es in diesem Zug zu tun hat (ergo hat’s minimal ein Untoter auf einen abgesehen, maximal muss man sich gegen sechs Wiedergänger erwehren). Nun gilt es diese Zombiehorde zu bekämpfen – mit den sechs Spezialwürfeln darf man genau einmal würfeln. Erzielt man dabei mindestens soviele Zombiesymbole wie man sich zuvor Gegner “erwürfelt” hat (damit das auch fair bleibt, gibt es Würfelseiten mit zwei Zombiesymbolen), ist man unverletzt und erwirbt damit das Recht, sich auch die restlichen Würfel genauer anzusehen. Das Symbol eines laufenden Männchens repräsentiert jeweils einen “Block”, den man weiter laufen kann und auf seinem Tracker entsprechend vermerken kann. Dazu gibt’s noch “Items” (ein Pistolensymbol) und “Events” (ein Explosionssymbol). Erwürfelt man ein solches, darf man sich aus dem Vorrat von jeweils sechs Item- bzw. Eventplättchen eines nehmen, allerdings nur, wenn man gerade keines der jeweiligen Art besitzt (man darf also immer nur ein Item und ein Event halten). Hat man allerdings nicht genügend Zombies erwürfelt, verliert man einen Lebenspunkt – und wenn man davon keine mehr hat, ist man tot und ausgeschieden.

Der Bewegungs- und Lebenspunkt-Tracker

Der Bewegungs- und Lebenspunkt-Tracker

Die Item- und Event-Plättchen sind das Salz in der Suppe, denn mit ihnen kann man sein Würfelergebnis manipulieren oder den elenden Gegnern ins Handwerk pfuschen. Items und Events können einmal eingesetzt werden und müssen dann in den Vorrat zurückgelegt werden. Items können Waffen sein, die einen Bonus auf das Zombiesymbol-Würfelergebnis bringen (oder, im Fall der “Kettensäge”, unterschiedslos alles an Zombies wegmetzeln, was in diesem Wurf böse kuckt, ohne Ansehen der Anzahl), man kann aber auch über zusätzliche Bewegungspunkte stolpern, einen Erste-Hilfe-Kasten finden, der einen verlorenen Lebenspunkt heilt oder auch nur auf “Murmeln” stoßen – das einzige, was man mit denen anstellen kann, ist sie einem Mitspieler, der gerade kein Item hält, buchstäblich vor die Füße zu werfen (was dann eben seinen “Item”-Slot blockiert, so dass er mindestens einen Zug lang kein Item aufnehmen kann). “Events” sind interaktiver – man kann einen Mitspieler zwingen, seinen Wurf zu wiederholen, ihm einen “Block” Bewegung oder Items zu klauen, oder, ganz besonders fies, dazu verdonnern, seinen Kampfwurf mit einem Würfel weniger bestreiten zu müssen.

Beispielhaft ein paar Items und Events...

Beispielhaft ein paar Items und Events…

Dem kleinen Würfelspielchen gelingt es verblüffend gut, das grundlegende Prinzip des großen Brettspiels (Zombies klatschen, Ausrüstung finden, heilen) in die reduzierte Würfelform zu übertragen. Natürlich ist Würfelglück extrem ausschlaggebend, aber durch die Items und Events kommt in die reine Würfelorgie ein wenig Interaktion, da man tatsächlich auch dem Mitspieler gezielt an den Karren fahren kann, und Taktik (beim Ausspielen der Items und Events – es kann z.B. durchaus sinnvoll sein, sich den Einsatz der Kettensäge aufzusparen und lieber einen Lebenspunkt zu opfern, wenn der Wurf keine Bewegungspunkte bringen würde). Spieler-Eliminierung ist offenkundig möglich, das Spiel aber kurz genug, dass es ausgeschiedene Spieler nicht entscheidend stören sollte (zudem erlauben die Tracker auch die Variante eines längeren Spiels mit bis zu fünf Lebenspunkten. Im “normalen”, regelempfohlenen Spiel startet man mit drei Punkten und kann sich auch nicht über dieses Limit hinaus heilen).

Was ich mir wünschen würde, wären etwas mehr Items und Events – es gibt nur jeweils sechs (damit bei maximaler Spieleranzahl jeder eines von jeder Sorte halten kann), und wenn man ein bisschen aufpasst, kann man bei dieser geringen Anzahl natürlich mitverfolgen, wer wann was ausspielt und wie wieder in den Vorrat mischt. Die Plättchen selbst bestehen aus einfacher Pappe – die jeweiligen Fähigkeiten der Plättchen werden nicht durch Symbole, sondern Stichwörter, die auf mitgelieferten cheat sheets erklärt werden, dargestellt.

Regelblatt und Cheat Sheet

Regelblatt und Cheat Sheet

Die Würfel könnten etwas hochwertiger sein (ich habe eine leichte Antipathie gegen sehr kantige Würfel wie diese); die Würfelsymbole sind passabel (wenngleich der Zombie auf den Kopf gestellt irgendwie aussieht wie ein Buddha-Kopf). Ein Lob verdienen sich die stabilen und vorgefertigten Tracker – ich bin von teureren Spielen gewohnt, dass man sich solche Anzeiger selbst zusammenfummeln darf (und die Endprodukte dann gerne die Konsistenz eines aufgeweichten Bierdeckels haben). Schön, dass bei einem kleinen und recht preiswerten Spiel hier nicht am falschen Ende gespart wurde – allerdings wäre es schön gewesen, wenn die Tracker etwas mehr an Artwork aufweisen würden als das blasse “Zombies!!!”-Logo. Das Regelblatt ist kurz und klar – so kompliziert ist es ja auch nicht. Die Spielmaterialien liegen nur in englischer Sprache vor, aber mit rudimentären Sprachkenntnissen sollte man ohne größere Probleme zurecht kommen.

Also – wieder mal ein spaßiges kleines Würfelspielchen ohne großen Anspruch, aber mit Fun-Potential, das schnell erklärt und schnell gespielt ist und sich daher bestens als Appetizer, Filler oder Ersatzdroge, wenn man mal Bock auf “Zombies!!!” hat, ohne Platz für das Spielfeld machen oder sich mit dem langwierigen Endspiel des Originals befassen zu wollen, eignet. Mir gefällt’s.

dice6dice2

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