Keltis: Das Würfelspiel

KELTIS: DAS WÜRFELSPIEL
Autor: Reiner Knizia
Publisher: Kosmos
2-4 Spieler, ca. 15-30 min, ca. 10 €

Keltis - die Würfelbox :)

Keltis – die Würfelbox 🙂

Schon *wieder* “Keltis”? Tut mir leid, aber ich hab das Spiel nun mal in mehr Varianten als Greuther Fürth Punkte auf dem Konto hat (naja, nicht ganz, aber es geht in die Richtung…). Dann also mit Würfeln.

Es wird einsichtig sein, dass der Doktor ohne Karten mit der rauf-/runter-Sammelmechanik der bisher getesteten “Keltis”-Spiele nicht weiter kommt, das Spielprinzip muss also nicht unbedingt hinsichtlich des Ziels, aber des Wegs dahin ein wenig angepasst werden. Grundsätzlich ist auch hier, wie im Brettspiel, die Idee, dass man seine vier Spielsteine (einen Doppelwertungsstein wie im Brettspiel gibt es nicht) auf einer der fünf Bahnen so weit wie möglich in die positiven Punktbereiche zieht (die ersten Felder sind wie üblich bei “Keltis” teuer mit Minuspunkten zu bezahlen).

Zwei einsame Spielsteine auf dem einfachen Spielplan...

Zwei einsame Spielsteine auf dem einfachen Spielplan…

Mangels Karten erfolgt die Bewegung auf dem kleinen Spielbrett (etwas *sehr* klein, aber es muss halt in die kleine Kosmos-Standardschachtel für Würfelspiele passen) eben mit Würfeln – fünf Spezialwürfel stehen zur Verfügung. Jeder hat die fünf bekannten Symbole plus das Wunschsteinsymbol, denn letztere sind auch hier wieder wichtiger Bestandteil des Spiels, werden aber nicht aufgesammelt oder eingetauscht, sondern erwürfelt. Wer mindestens zwei Wunschsteine würfelt, darf einen aus dem Vorrat nehmen – auch hier braucht man wieder einen ganzen Schwung, um sich aus dem negativen Punktbereich zu hieven. Ansonsten darf man sich aus seinem Wurf ein Symbol aussuchen und die entsprechenden Würfel beiseite legen und dann die verbleibenden Würfel neu rollen. Nach dem zweiten Wurf (eine deutliche Verschärfung gegenüber der üblichen “Kniffel”-Mechanik) steht das Ergebnis und man darf in der Bahn, für deren Symbol man sich entschieden hat, um die Anzahl der entsprechenden erwürfelten Symbole weiterziehen (theoretisch also maximal um fünf Felder).

Einige Felder auf dem Spielplan haben besondere zusätzliche Symbole – ein Wunschsteinsymbol bedeutet naheliegenderweise, dass man sich einen entsprechenden Stein aus dem Vorrat nehmen darf, ein Kleeblatt erlaubt eine zusätzliche Bewegung um ein Feld mit einer beliebigen Figur und der Leprechaun gestattet dem Spieler einen kompletten zusätzlichen Zug inkl. Würfeln. So kämpft man sich – ohne Interaktion; auf einem Feld können beliebig viele Figuren stehen, Feldsonderfunktionen können von jeder Figur, die auf das jeweilige Feld zieht, genutzt werden – die Bahnen hinauf. Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle seine Figuren in den Zielbereich (die letzten drei Felder) gebracht hat oder eine je nach Spielerzahl bestimmte Anzahl von Figuren beliebiger Spieler den Zielbereich erreicht. Es folgt das große Addieren und Subtrahieren, wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt (d’oh).

In der Standardvariante führt das zu einer flotten Würfelei – ein 3-Spieler-Spiel kann man da schon mal in 10, 15 Minuten herunterreißen, ohne sich dabei speziell zu beeilen (wer unter analysis paralysis leidet, kann natürlich auch in diesem Spiel stundenlang grübeln, welches Symbol er sammeln will), großartige taktische Entscheidungen werden nicht verlangt (die einzige Option, die man hat, ist auf einen Zug zu verzichten, wenn man kompletten Käse gewürfelt hat und sich nur irreparable Minuspunkte einfangen würde). Das würde auf die Dauer (eigentlich sogar ziemlich schnell) recht langweilig, weshalb der weise Doktor Knizia vorgesorgt und einen zweiten Spielplan auf die Rückseite hat malen lassen. Das ist dann “Keltis”-Würfeln unter verschärften Bedingungen, denn nun finden sich auf jeder Bahn enige durchkreuzte Felder, die nicht betreten werden dürfen, d.h. um an ihnen vorbeizukommen, muss man in einer Runde mindestens zwei, manchmal sogar drei gleiche Symbole erwürfeln. Bei kalter Würfelhand kann man vor diesen Hindernissen schon ziemlich verzweifeln – das Spiel wird dadurch eine ganze Ecke kniffliger.

Die Hardcore-Variante...

Die Hardcore-Variante…

Trotzdem ist “Keltis: Das Würfelspiel” kein “brainburner”, kein tiefschürfendes Taktikspiel, sondern nicht mehr als ein einfaches, schnelles Würfelspiel, das man eben mal für zwei, drei fixe Runden einschiebt, wenn man einen “Keltis”-Fix braucht, aber keinen Bock auf das Hantieren mit Karten hat. “Das Kartenspiel” ist definitiv als *Spiel* besser (und weiterhin ungefochtener Spitzenreiter in meiner persönlichen “Keltis”-Hierarchie), die Hardcore-Variante mit den verbotenen Feldern ist aber reizvoll genug, um ab und an aus dem Regal auf den Tisch gebracht zu werden. Und für Knizia-Verhältnisse ist es geradezu echauffierend simpel…

dice6dice1

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