Qwirkle Cubes

QWIRKLE CUBES
Autor: Susan McKinley Ross

Publisher: Schmidt Spiele
2-4 Spieler, 30-45 min, ca. 18 €

Qwirkle Cubes - Die Box

Qwirkle Cubes – Die Box


Nun also doch die Qwirkle-Würfel (oder “Gwirggl-Würfel”, wie der Franke sagen tut). In meiner “Qwirkle”-Rezi hatte ich vom gewürfelten Spin-off berichtet und da mir der Weihnachtsmann das Spiel dann auch pflichtschuldigst in den Stiefel packte, kann ich’s ja auch gleich besprechen.

Wobei ich mich hier wirklich kurz fassen kann, denn das Spielprinzip von “Cubes” ist von dem der Originalversion fast nicht zu unterscheiden – wieder gilt es, aus einer Hand von 6 in diesem Falle Würfeln Reihen aus gleichen Farben oder gleichen Symbolen zu bilden. Es darf nur an eine Reihe angelegt werden, Symbole dürfen in einer Symbolreihe, Farben in einer Farbreihe nur einmal vorkommen. Eine vollständige 6er-Reihe ist ein Qwirkle und bringt sechs Bonuspunkte, ansonsten gibt’s wie gehabt einen Punkt pro Stein/Würfel der Reihe, an die man angelegt hat. Nach seinem Zug zieht man wieder auf sechs “Handwürfel” auf.

Formen oder Farben - wie gehabt wird angelegt...

Formen oder Farben – wie gehabt wird angelegt…

 

Neben dem naheliegenden Unterschied, dass man anstelle der Holzplättchen jetzt Holzwürfel in Händen hält, sind folgende kleine Differenzen für den Spielbetrieb zu vermerken. Die aus dem Säckchen gezogenen Würfel werden zunächst einmal gewürfelt – die oben liegenden Farben/Symbole sind die, mit denen man nun arbeiten kann. Bietet sich ein Würfelbild, mit dem man wenig bis nichts anfangen kann oder möchte, darf man vor seinem Zug beliebig viele seiner Würfel neu würfeln, in der Hoffnung, ein ergiebigeres Bild vorzufinden. Dabei ist zu beachten, dass die Würfel “einfarbig” sind, d.h. sie zeigen auf ihren Seiten die sechs verschiedenen Symbole einer Farbe; sich eine neue Farbe zu erwürfeln, ist also unmöglich. Da man das, was man “auf der Hand” hält, jederzeit neu würfeln kann, braucht man seine Würfel nicht geheim zu halten, sie liegen vielmehr offen aus und können auch von den Mitspielern eingesehen werden und somit im begrenzten Umfang (da man nie weiß, ob der Gegenspieler den Würfel, den man womöglich als integral für die eigene Planung ausgekuckt hat, neu würfelt) in die eigenen Wunschvorstellungen einbezogen werden.

Der Beutel der großen Erwartungen...

Der Beutel der großen Erwartungen…

 

Taktisch bedeutet dies, dass die im regulären “Qwirkle” stets zu berücksichtigende Umstand, ob ein Stein, den man braucht, überhaupt noch im Spiel vorhanden ist (da jede Farb-/Symbolkombination nur dreimal vorhanden ist), hier zu vernachlässigen ist. Für jede Farbe gibt’s 15 Würfel (d.h. insgesamt 90 und damit einige “Steine” weniger als im Original-“Qwirkle”) – d.h. bei passenden Würfelresultaten lassen sich auch z.B. fünf “blaue” Reihen oder vier “Quadrat”-Reihen bilden, wofür im ursprünglichen Spiel schlicht die Ressourcen fehlen; im Umkehrschluss kann’s natürlich auch bedeuten, dass einem schon für den zweiten “Stern”-Qwirkle der entscheidende Würfel fehlen kann, weil der schon anderweitig als Kreis liegt (was allerdings zugegeben selten der Fall sein dürfte).

Es ist jedenfalls ein interessantes Konzept, einen Randomisierungseffekt (das blinde Ziehen) ausgerechnet durch einen weiteren Randomisierungseffekt (das Würfeln) abzumildern – man ist nun nicht mehr auf Gedeih und Verderb dem Beutel des Schicksals ausgeliefert, sondern kann seinem Glück (durch mehr Glück) auf die Sprünge helfen – sich durch das glückliche Würfelhändchen einen Qwirkle hinstellen zu können, bringt natürlich Frohsinn. Nicht nur, dass das Spiel, ähm, ästhetischer wird, weil man leichter im Originalspiel unerreichbare Lücken auffüllen kann (und dann mit ein wenig Würfelglück Qwirkles serienweise bauen kann), es führt auch – trotz geringerer Steinanzahl – zu höheren Punktzahlen (leider wird bei “Cubes” kein Punktezählbrett mitgeliefert. Man muss also daran denken, sofern man die Big Box hat, die dort gelieferte Punktetafel griffbereit zu halten, sofern man nicht altertümlich mit Papier und Bleistift arbeiten will).

Gefällt mir “Qwirkle Cubes” besser als die “flache” Version? In der Tat. Ich kann’s nicht mit letzter Sicherheit begründen – das Spiel wird deutlich freier, variabler, da man als Spieler nicht krampfhaft an das gebunden ist, was man aus dem Sack zieht, sondern eben doch noch etwas an seinem Optionen herumschrauben kann, dadurch aber auch weniger abstrakt-strategisch. Mit zusätzlichem Zufallselement, sicher, aber trotzdem eben mit Option, seine “Hand” noch zu verändern; man hat einfach mehr Möglichkeiten, sich selbst neue Ablagepositionen zu schaffen. Der gravierende taktische Unterschied ist wohl, dass die Cubes es ratsam erscheinen lassen, wagemutige Spielereien, wie drei potentiell passende Steine in drei aufeinanderfolgenden Zügen abzulegen, um somit dreimal zu punkten, bleiben zu lassen und stattdessen auszulegen, was geht, weil der Gegner sich ja den Stein, den man selbst auf der Hand hat, zurechtwürfeln und dem eigenen Plan zuvorkommen kann.

Hardcore-Strategen werden die Würfel wohl noch vehementer ablehnen als das Ur-“Qwirkle”. Mir hingegen macht “Cubes” ein meßbares Stück mehr Spaß – es tendiert mehr in die “anspruchsloses Filler-Game”-Richtung als das reguläre “Qwirkle”, aber da die rein abstrakten Spiele eh nicht so mein Ding sind, ist das aus meiner persönlichen Sicht ein Vorteil…

dice6dice3

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