Mmm… Brains!

MMM… BRAINS!
Autor: Reiner Knizia
Publisher: Twilight Creations Inc.
3-5 Spieler, 10-15 min Spielzeit, ca. 12-15 €

Mmm... Brains - Die Box

Mmm… Brains – Die Box

Schon wieder Twilight Creations? Nein, das soll nicht das Haus- und Hof-Blog der Familie Breitenstein werden (auch wenn ich eine gewisse Grundsympathie für den Verlag nicht verhehle), aber ich habe inklusiv Essen in den letzten sechs Wochen insgesamt fünf TC-Games gekauft und die wollen halt auch angespielt werden.

“Mmm… Brains” ist ein weiteres Spiel von “Keltis”- und “Blue Moon City”-Erfinder Reiner Knizia, im Vergleich zum grad neulich besprochenen “Zombiegeddon” aber ein Vertreter dessen, was Knizia vermutlich als lustiges Partyspielchen bezeichnen würde – was aber beim Doktor nicht ohne eine gesunde Dosis Mathematik abgeht…

In “Mmm… Brains” schlüpfen die drei bis fünf Spieler in die Rolle von Zombies, die mittels Spezialwürfeln auf der Jagd nach frischem Hirn sind. Äh. Moment mal. Zombies? Würfel? Gehirne? Steve Jackson ist ein mieser Plagiator! Der Fairness halber ist allerdings zu sagen, dass Jacksons vier Jahre *nach* “Mmm… Brains” veröffentlichte fröhliche Zombiewürfelei ein gänzlich anderes Spielprinzip aufweist, faktisch außer dem Grundgedanken “Zombies erwürfeln Gehirne” keine Gemeinsamkeiten mit dem Knizia-Game aufweist (andererseits ist “Zombies erwürfeln Gehirne” schon ein derart spezieller Grundgedanke, dass es schon ein sehr großer Zufall wäre, wenn Jacksons “Zombie Würfel” tatsächlich völlig eigenständig entstanden sind).

Nun, egal – wir sind bei Knizia und da bekommen wir fünf Würfel in die Hand, die mit den Zahlen von 1 bis 5 sowie einem Gehirn-Symbol, jeweils in den fünf im Spiel vertretenen Farben, versehen sind. Der Spieler hat nun drei Würfe Zeit, um einen möglichst gewinnbringenden Wurf zu erzielen, wobei er nach dem altbekannten Kniffel-Prinzip Würfel beiseite legen und, falls man im Verlauf seiner Würfelei umdisponiert, wieder zurück in die Hand nehmen und neu würfeln darf. Wider Erwarten ist das Spielziel nicht, Hirnsymbole zu sammeln, vielmehr kommt es in der ersten Phase des Spiels darauf an, einen möglichst hohen Zahlenwurf einer beliebigen Farbe zu bewerkstelligen. Entscheidet man sich z.B., “grüne” Würfel zu sammeln, werden nach dem dritten Wurf die Werte der “grünen” Würfel zusammengerechnet (maximal sind auf diese Weise 15 Punkte möglich: 1+2+3+4+5). Erwürfelte Gehirne dienen als Multiplikatoren (ihre Farben sind weitgehend bedeutungslos – sie sind lediglich eine Hilfe für die Spieler, da die “5” und das “Hirn” auf einem Würfel stets die gleiche Farbe haben. Wer also ein rotes Gehirn erwürfelt hat, braucht nicht darauf zu spekulieren, dass er noch die rote 5 bekommen wird, außer, er gibt das Gehirn wieder auf) – bei 0 oder 1 Gehirn bleibt der Wert einfach stehen, bei 2 Gehirnen wird verdoppelt usw. Der höchstmögliche Wurf bringt 27 Punkte (4+5 x 3 Gehirne). Entsprechend seinem Würfelergebnis darf man nun Gehirne (lustige kleine Plastikgehirne, die roten zählen 5, die weißen 1) aus dem Pool nehmen. Sind alle Gehirne erfolgreich unter den Spielern verteilt (bei einem vollen Fünf-Personen-Spiel stehen 300 Gehirne zur Verfügung), beginnt die zweite Phase, in der nun mit voller Breitseite auf die werten Mitspieler geschossen wird.

Jedem Mitspieler ist eine Farbe zugeordnet – es wird auf die gleiche Weise gewürfelt, aber wenn das Ergebnis nun z.B. “15” in “schwarz” lautet, bedeutet dies, dass der “schwarze” Spieler fünfzehn Gehirne abgeben muss. Würfelt man nur die eigene Farbe (oder eine Farbe, die im 3- oder 4-Spieler-Spiel keinem Spieler zugeordnet ist), darf man die erwürfelte Punktzahl selbst abdrücken. Der letzte Spieler, der abgesehen vom eigenen im Schädel noch Gehirne in seinem eigenen Vorrat hat, gewinnt.

Eine Runde ist schnell mal gezockt, so dass sich das Spiel als Füller zwischen zwei “richtigen” Spielen durchaus anbietet. Als Partyspiel funktioniert “Mmm… Brains” jedoch eher nicht – maximal fünf Spieler sind dafür ein sehr eingeschränkter Kreis, im Vergleich zur nach oben offenen möglichen Spielerzahl von “Zombie Würfel”. Und ob einem das gezielte Angreifen der Mitspieler mehr Spaß macht als das “push-your-luck”-System des Konkurrenzprodukts von Steve Jackson (speziell, wenn man die Zombiewürfel mit der Erweiterung spielt), ist fraglich. Ein Pluspunkt ist sicherlich das lustige Hantieren mit den Hirn-Miniaturen, ob das allerdings alleine den Ausschlag dafür gibt, “Mmm… Brains” aufzutischen, wenn auch die “Zombie Würfel” im Haus sind, wage ich fast zu bezweifeln (zumal die Dinger sicher auch extrem gut verloren gehen…).

Die Spielkomponenten

Die Spielkomponenten – rote und weiße Gehirne, Würfel, Spieler-Farbkarten

Die Spielkomponenten müssen sich auch etwas Kritik gefallen lassen – die Farben der Spieler-Identifikations-Kärtchen und der Werte auf den Würfeln sind nicht gerade identisch und speziell das Gelb auf den Würfeln ist extrem schwer zu lesen (speziell bei künstlichem Licht). Die Spielregel (eine A4-Seite) ist gut verständlich und beinhaltet auch einige Berechnungsbeispiele.

Ich würde im Falle des Falles die “Zombie Würfel” aufgrund des deutlich höheren Spaßfaktors jederzeit vorziehen, in einer überschaubaren Runde, die größeren Wert auf Interaktivität legt, können aber auch Knizias Hirne ankommen. Unter vier Spielern würde ich das Spiel nicht anfangen wollen – eine 3-Spieler-Runde wird in der zweiten Phase beinahe zwangsläufig in ein 2-gegen-1-Massaker ausarten, das den Einzelkämpfer schnell aus dem Spiel schießt…

dice6dice1

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